Ludwig Altenbernd

Portrait Ludwig Altenbernd

Ludwig Altenbernd (1818–1890)

Heimatdichter. Lehrer. Stimme der Senne.

Als Sohn eines Augustdorfer Küsters und Lehrers geboren, war Ludwig Altenbernd zeit seines Lebens durch einen tragischen Sturz in der Kindheit auf Krücken angewiesen. Obwohl ihm Armut und Behinderung eine höhere Schulbildung verwehrten, bildete er sich unbeirrt selbst weiter. Als Privatlehrer und Rechnungsbeamter in Detmold fand er seine wahre Berufung in der Dichtkunst: Er gab der Senne und seinen Mitmenschen eine unverwechselbare literarische Stimme, die bis heute nachklingt.

Ludwig Altenbernd: Ein Leben für das Wort

  • 1818 – Die frühen Jahre in Augustdorf
    Geboren am 24. November als Sohn des Küsters und Lehrers. Ein schwerer Sturz im Kindesalter führt zu einer lebenslangen Lähmung der Beine und prägt seinen weiteren Lebensweg.

  • Bildung trotz Widrigkeiten
    Aufgrund von Armut und seiner körperlichen Einschränkung bleibt ihm der Besuch des Gymnasiums verwehrt. Mit beeindruckender Disziplin bildet er sich autodidaktisch in Mathematik und Sprachen weiter.

  • 1864 – Erste literarische Erfolge (Übersetzungen)
    Altenbernd tritt erstmals als versierter Kenner englischer Literatur in Erscheinung. Er veröffentlicht Übersetzungen bedeutender Werke:

    • „Jungfrau aus dem See“ (Walter Scott)

    • „Mazeppa“ (Lord Byron)

  • 1871 – Der „rechnende Poet“ im Staatsdienst
    In seiner Funktion als Kammerkalkulator in Detmold beweist er sein mathematisches Talent und veröffentlicht ein praktisches Standardwerk:

    • „Tabellen zur Verwandlung des lippischen Masses und Gewichts in metrisches Mass und Gewicht...“

  • 1872 – Das Hauptwerk
    Mit dem Gedichtband „Frühlingsblüten und Herbstblätter“ festigt er seinen Ruf als bedeutendster Heimatdichter der Region. Die Natur der Senne wird durch seine Verse weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

  • 1890 – Abschied in Detmold
    Am 11. April 1890 verstirbt Ludwig Altenbernd in Detmold. Er hinterlässt ein umfangreiches Werk, das tief in der lippischen Identität verwurzelt ist.

Posthumes Erbe

  • 1895 – Reben und Ranken
    Fünf Jahre nach seinem Tod erscheint diese Sammlung aus seinem Nachlass, die weitere kostbare Einblicke in sein lyrisches Schaffen gibt.

  • 1919 – Zum 100. Geburtstag
    Anlässlich seines einhundertsten Geburtstags wird die Anthologie „Eine Auswahl aus seinen Dichtungen“ veröffentlicht – ein Beweis für die zeitlose Relevanz seiner Werke.

  • 2007 – Ein Denkmal für Augustdorf
    Der Heimatverein Augustdorf e.V. setzt ein sichtbares Zeichen der Verehrung und errichtet den Gedenkstein am Rundwanderweg O, um die Verbindung zwischen dem Dichter und seiner Geburtsstätte für immer zu bewahren.

Ein Gedenkstein für Ludwig Altenbernd

Im September 2007 wird der Gedenkstein für Ludwig errichtet und eingeweiht.

Der Stein wurde von dem in Augustdorf lebenden Steinmetz Claus Schapöhler hergerichtet. Dieser entwarf und fertigte auch die Inschrift an.

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Das Haus, in dem Ludwig Altenbernd nach seinem Umzug in Detmold gelebt und verstorben ist, befindet sich in der Grabbe Straße 1 in Detmold. Dort ist auch eine Gedenktafel angebracht, die leider das falsche Geburtsjahr anzeigt.

In der Lippischen Landesbibliothek Detmold gibt es ein Archiv über Ludwig Altenbernd.

Die Sammlung umfasst 9 Mappen, seine Bücher und Gedichte. Die Gedichte sind in eigener Handschrift, überwiegend in Reinschriften verfasst, teils mit gelegentlichen Korrekturen z.T. eigenhändige Entwürfe. Bilder der Familienangehörigen von Ludwig Altenbernd, Brüder, Schwester, Neffen und Nichten.

U.a. eine Urkunde über die Verleihung der Silbernen Ehrenzeichens an L. Altenbernd durch den Fürst Woldemar und eine Urkunde über die Bestallung L. Altenbernds zum Cammer Calkulator des Fürstentums Lippe.


Eine Auswahl seiner Werke

Diese Auswahl seiner Dichtungen wurde vom Heimatverein Augustdorf e.V. für den Tag der offenen Tür des Heimatkellers und für die Errichtung des Ludwig-Altenbernd-Gedenksteins kuratiert, um sein Erbe für die Gemeinde greifbar zu machen.

Ludwig Altenbernd´s Gedichte sind in der Form schlicht und einfach, aber im Inhalt tief und wahr, aus eigenem Erleben geboren; darum sprechen sie unmittelbar zum Herzen und können besonders uns heutigen Führer zur Stille und Besinnung werden. Viele sind in ihrer edlen Sprache und in ihrem tiefen Gehalt echte Kunstwerke, die es verdienen, vor Vergessenheit bewahrt zu werden. Seine Heimatgedichte insbesondere gehören zu dem Schönsten, was die heimische Dichtung hervor gebracht hat. Sie werden erklingen, so lange Menschen ihre Heimat lieben und werden diese Liebe verklären und erheben.
— Detmold im November 1919 H. Schwanold

Quellenangaben

  1. Lippische Landesbibliothek (LLB) Detmold: Digitale Sammlungen und Findbücher (u. a. zu Willi Schramm, der „Die Heimath“ um 1934 vertonte).

  2. Wikisource / Deutsche Textarchive: Originalabdrucke und Digitalisate von „Frühlingsblüthen und Herbstblätter“ (1872, Verlag Meyer, Detmold) sowie „Reben und Ranken“ (1895).

  3. Grabbe-Jahrbuch (2007/2008, Aisthesis Verlag): Literarische Analyse zu Ludwig Altenbernds Werken, die belegt, dass Örtlichkeiten wie Hartröhren oder der Donoper Teich als zentrale Auslöser seiner Naturlyrik dienten.

  4. Heimatverein Augustdorf: Das eigene digitale Archiv der Vereinswebsite, in dem die Texte kuratiert vorliegen.

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