Chronik

Gestern. Heute. Augustdorf.

Wie wir zur Heimat wurden

Die Chronik des Heimatvereins Augustdorf zeigt, wie engagierte Bürger seit 1979 das kulturelle Leben, die Heimatpflege und die Gemeinschaft in unserem Ort bereichern. Sie fasst wichtige Ereignisse, Projekte und Traditionen zusammen, die den Verein bis heute prägen.

Die Anfänge – Idee und Gründung (1979–1980)

Um die Gründung eines Heimatvereins in Augustdorf auszuloten, trafen sich im Frühjahr 1979 der damalige Bürgermeister Kurt Wistinghausen und der Gemeindedirektor Adolf Steffen zu einem ersten Gespräch.

Auf ihr Betreiben hin fand am 14. Mai 1979 im Jugendheim am Inselweg ein erstes Kontaktgespräch mit Bürgerinnen und Bürgern statt, die sich für Heimatpflege interessierten.

Das Bild zeigt eine ländliche Landschaft mit Feldern, Bäumen und einem kleinen Dorf im Hintergrund, umgeben von Hügeln.

Das Interesse an einem Heimatverein war so groß, dass bereits am 9. November 1979 in der Aula der Hauptschule die Gründungsversammlung stattfinden konnte. In der Einladung hieß es unter anderem:

“Unser Augustdorf ist Heimat für all diejenigen, die hier seit alters her wohnen.
Unser Augustdorf ist inzwischen Heimat für all diejenigen geworden, die als Folge des letzten Krieges evakuiert oder vertrieben wurden und hier eine neue Bleibe fanden.
Unser Augustdorf wird nach und nach zur Heimat für all diejenigen, die als Angehörige der Bundeswehr mit ihren Familien hier sesshaft wurden.
Unser Augustdorf soll schließlich Heimat für all diejenigen werden, die aus den verschiedensten Gründen hier wohnen und leben wollen.”

Auszug aus der Einladung zur Gründungsversammlung

Aufbauphase – Satzung, Vorstand und erste Aktivitäten (1980)

Die erste Mitgliederversammlung mit Verabschiedung der Vereinssatzung fand am 07. März 1980 statt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein bereits 62 Mitglieder. Ehrengast war der Vorsitzende des Lippischen Heimatbundes, Staatssekretär Dr. Arnold Ebert.

In dieser Versammlung wurden gewählt:

  • Kurt Wistinghausen – Vorsitzender

  • Lydia Schnelle – stellvertretende Vorsitzende

  • Klaus Mai – Kassenverwalter

  • Ernst Möller – Pressewart

  • Adolf Steffen – Geschäftsführer

Schon im Jahr 1980 – in der 6. Vorstandssitzung – kam der Gedanke auf, eine Sammlung von „Heimatgut“ aufzubauen. Die Mitglieder Hermann Friedrich und Fritz Prante hatten mit ihren Sammelbemühungen zunächst wenig Erfolg.

  • Das erste Stück, eine Butterkerne, wurde 1985 entgegengenommen.

  • 1988 umfasste die Sammlung bereits 45 Exponate.

Mit dem Neubau des Rathauses und des Bürgerzentrums erhielt der Heimatverein eine Heimatstube.

Ebenfalls 1980 wurde die erste geführte Wanderung vom Kreuzkrug zum Dörenkrug durchgeführt.
Ab diesem Jahr nahm der Verein außerdem ununterbrochen an der Augustdorfer Herbstkirmes mit dem Pickertverkauf teil. Ein Tanzkreis des Vereins war dort jedes Jahr beim Holzschuhtanz vertreten.

Am Ende des ersten Vereinsjahres zählte der Heimatverein bereits 132 Mitglieder.

Wanderwege, Fahrten und erste Projekte (1981–1988)

1981 organisierte der Verein die erste Tagesfahrt in das Oppenweher Moor – der Auftakt für bis heute jährlich stattfindende Tages- und Mehrtagesfahrten.

Im selben Jahr wurde der erste Wanderweg angelegt und ausgeschildert.

Weitere Projekte:

  • 1982: Durchführung eines Vorgarten-Wettbewerbs

  • 1988: Anlage einer Windschutzhecke bei Mierenfeld an der Haustenbecker Straße

Landschaft mit Bäumen, Grasland und einem Turm im Hintergrund, bewölkter Himmel

Engagement für Natur und Heimatkeller (1991–1994)

Nach der Wiedervereinigung versuchte der Verein 1991 mit einer Resolution, das militärische Übungsgebiet „Stapel“ in ein Naturschutzgelände umzuwandeln.

1992 richtete der Verein im Keller der „Grundschule In der Senne“ den heutigen Heimatkeller ein – ein Vorzeigeobjekt mit unzähligen aufgearbeiteten Exponaten.
Die Mitglieder Rolf Wedertz, Werner Hübert, Fritz Pestrup und Arnd Honisch arbeiteten die Exponate auf und gestalteten den Heimatkeller.

Ab diesem Jahr findet alle zwei Jahre der „Tag der offenen Tür“ statt, an dem sich die Öffentlichkeit den Heimatkeller und die Ausstellung ansehen kann.

Hier gehts zur Bildergalerie “Unser Heimatkeller”

1994 wurde am Senneweg auf dem Grundstück der Familie Peschken eine Obstbaumwiese angelegt. Die in Berlin lebende Familie Peschken verpachtete das Gelände dem Verein gegen eine kleine Abgabe.

Vereinszusammenschluss, Musikkapelle und Holzhütte
(1995–1998)

1995: Der Plattdeutsche Verein wird in den Heimatverein eingegliedert.

1996: Bau einer großen, transportablen Holzhütte zur Teilnahme am Weihnachtsmarkt.

  • Wegen des aufwendigen Transports dient die Hütte heute als „Sommerresidenz“ für den Klönabend.

  • Anschaffung einer großen Bratpfanne für den Pickertverkauf bei den zahlreichen Veranstaltungen.

Ludwig Mehrmann gründete die Musikkapelle des Heimatvereins und setzte sich mit großem Engagement für sie ein.

1998 nahm der Verein an der „Grünen Woche“ in Berlin teil. Dort wurde von den Mitgliedern nahezu ununterbrochen Pickert gebacken, der großen Anklang fand.

Seit diesem Jahr findet jährlich der „Tanz in den Mai“ auf Strohdieks Hof statt.

Ebenfalls ab dieser Zeit richteten der Wander- und Wegewart Rolf Wedertz und weitere Mitglieder den Rundwanderweg O um Augustdorf ein. Von diesem rund 20 km langen Weg hat man immer wieder herrliche Blicke auf das Dorf, den Teutoburger Wald und die Senne. Die Wanderzeit beträgt etwa 5,5 Stunden.

Jubiläen und große Auftritte
(2000–2006)

2000 feierte Augustdorf sein 225-jähriges Bestehen.

  • Der Heimatverein beteiligte sich mit mehreren „Bildern“ und Fußgruppen am großen Festumzug, der sich auf der Paradestraße in der Kaserne aufstellte.

  • Der Verein war außerdem Ausrichter der Jahreshauptversammlung des Lippischen Heimatbundes im großen Festzelt.

Die Partnergemeinde Stadt Wanzleben in Sachsen-Anhalt feierte ihr 1111-jähriges Bestehen. Der Heimatverein nahm mit Bildern, Festwagen und Fußgruppen am Festumzug teil. Die aufwendigen Bilder wurden von der in Augustdorf ansässigen Firma Freise nach Wanzleben transportiert.

2002 feierte die Musikkapelle ihr 5-jähriges Bestehen mit einem Konzert auf dem JIBI-Parkplatz.

2006:

  • Aufstellung der Wanderschutzhütte am Sennerandweg / Lönspfad, an dem auch der Rundwanderweg O entlangführt.

  • Der Verein präsentiert sich erstmals im Internet mit einer eigenen Homepage.

  • Anlage des Wanderwegs Nr. 11 (ca. 6 km).

    • Start: Gelände der GNS

    • Verlauf: über den Schlingsbruch, das obere Furlbachtal, die Moosheide zurück zum Ausgangspunkt.

Gedenken, Ruhebänke und wachsende Mitgliederzahl
(2007–2009)

2007 wurde ein Gedenkstein für den gebürtigen Augustdorfer Heimatdichter Ludwig Altenbernd aufgestellt. Den Anstoß gab das Vereinsmitglied Manfred Schulz aus dem Pastorenweg.

2009:

  • Aufstellung von Ruhebänken am oberen Furlbach / Alte Mühle und am Eichenbruch / Moosheide.

  • Vorausgegangen war ein intensiver Schriftverkehr mit Militär, Gemeinde und Grundstückseigentümern, da einige Plätze den militärischen Bereich betrafen.

  • Wanderwegschilder mit Namen wurden angebracht, um alte Wegbezeichnungen zu erhalten.

Ein ruhiger Park mit grüner Wiese, Birken- und Tannenbäumen, im Vordergrund befindet sich eine Holzbank, umrahmt von Blättern eines Baumes.

Der Heimatverein Augustdorf hat sich prächtig entwickelt und zählt zu diesem Zeitpunkt 465 Mitglieder. Der Verein ist in vielen Bereichen aktiv:

  • Zahlreiche, vom Wanderwart geführte Wanderungen in der näheren und weiteren Umgebung

  • Bewirtung vieler wiederkehrender Veranstaltungen durch die Organisation von Klaus Fehser und seiner Frau, z. B.:

    • Selbsthilfegruppe für Schlaganfallopfer

    • Erntedankgottesdienst

    • Empfang des Bürgermeisters zur Herbstkirmes

    • und vieles mehr

Unzählige Male nahm der Verein an Festumzügen mit Festwagen, Schäferkarren, Musikkapelle und Fußgruppen teil.

Projekt Rühlmann-Stätte und Naturpark-Pläne
(ab 2002 bis 2010)

Die Gemeinde Augustdorf forderte seit vielen Jahren ausgewiesene Reitwege, um auch Reitern das Ausreiten im Wald zu ermöglichen. Die Ausweisung der Wege erfolgte jedoch, ohne auf Bedenken und Vorschläge des Heimatvereins und der Bürger einzugehen.

Die Reitwege wurden auf vom Heimatverein gepflegten Wanderwegen und teilweise auf dem Fernradweg R1 ausgewiesen. Dies führte zu großem Unmut.

In Gesprächen und Ortsbegehungen einigten sich die Beteiligten (Kreis Lippe, Gemeinde Augustdorf, Heimatverein, Vertreter der Reiter).

Folge: Der Heimatverein nahm die Ausweisung der Wanderwege 1 und 2 zurück.
Als Begründung wurde angeführt:

  • Der Verein sollte alternative Wege anlegen – ein Auftrag, der der Vereinssatzung widersprach.

  • Die Forstbehörde vertrat die Auffassung, dass es im Gemeindegebiet bereits zu viele Wanderwege gebe.

Durch Geldzuwendungen des Landes im Rahmen des Großprojekts Naturpark Teutoburger Wald – Eggegebirge konnten 5 Informationstafeln realisiert werden, die einzelne Bereiche der Gemeinde beschreiben.

Der Wanderweg 11 wurde über das „Römergelände“ geführt, wo drei Ruhebänke ihren Platz fanden.

Die Musikkapelle des Heimatvereins gab in der Aula des kleinen Schulzentrums ein Konzert, das guten Zuspruch fand.

Die Gemeinde befand sich im Haushaltssicherungskonzept und 2010 in einem Nothaushalt. Die traditionelle Herbstkirmes stand vor dem Aus.
Mit Unterstützung vieler Augustdorfer Vereine, finanzieller Hilfe des Augustdorfer Gewerbe-Initiativkreises (GIKA), von E-ON, REWE und der Spar- und Darlehenskasse gelang es – federführend unter dem Heimatverein –, die 165-jährige Traditionsveranstaltung mit Holzschuhtanz zu erhalten.

Rühlmann-Stätte: Vision, Arbeitskreise und Ehrenamt (ab 2010)

Im Hinblick auf die absehbare Entwicklung der Senne zu einem Natur- oder Nationalpark (Abzug der britischen Streitkräfte ab 2015) bemühte sich der Verein weiterhin um eine Heimstätte für die Orts- und Sennegeschichte auf der Rühlmann-Stätte.

Da das Projekt nicht allein vom Heimatverein getragen werden konnte, wurden weitere Partner gesucht. Gefunden wurden:

  • das Naturpark-Großprojekt Teutoburger Wald – Eggegebirge, das eine Informationsstelle im vorhandenen Bruchsteinhaus einrichten möchte

  • die Initiative Schloss Lopshorn mit den Senner-Pferden, die ein weiteres Gebäude errichten will

Anfang 2010 suchte man in gemeinsamen Arbeitskreisen nach Lösungen. Aufgrund der Finanznot der Gemeinde als Eigentümer – verbunden mit der nötigen Eigenbeteiligung an Fördermitteln – war eine Realisierung des Gesamtprojekts auf Jahre nicht möglich.

Ein vom Projektleiter Arnd Honisch arrangiertes Treffen mit dem Europaabgeordneten Elmar Brok, Landrat Friedel Heuwinkel, Bürgermeister Dr. Andreas Wulf und dem geschäftsführenden Vorstand gab dem Vorhaben neuen Auftrieb.

Der Landrat des Kreises Lippe erkannte das Projekt als vielversprechendes touristisches Objekt und beauftragte Dr. Schafmeister damit, die Realisierungschancen zu prüfen.

Bei einem konstruktiven Arbeitskreistreffen im Kreishaus Anfang Dezember 2010 signalisierten alle Beteiligten großes Interesse an der Umsetzung. Mit Dr. Schafmeister und Herrn Cieciera (Geschäftsführer der Initiative Wiederaufbau Schloss Lopshorn) erhielt der Verein professionelle Unterstützung, die Anlass zur Hoffnung gab.

Kreativmarkt, Fahrten und Pickert – ein aktives Vereinsjahr

Die vielfältigen Aktivitäten des Heimatvereins zeigten sich in zahlreichen Veranstaltungen, zum Beispiel:

  • Kreativmarkt im April

  • Traditionelle Maibegrüßung auf Strohdieks Hof

  • Tagesfahrt zum Bergwerk in Kleinenbremen

  • Zünftige Feier zum 5-jährigen Bestehen der Wanderhütte

Natürlich wurde auch wieder viel Pickert gebacken. Eine besondere Herausforderung war das Pickertbacken bei der Spardaka anlässlich der Renovierung und Wiedereröffnung der Filiale.

Die Gemeinde bat den Verein, beim Empfang der Bundeswehr Afghanistan-Heimkehrer ebenfalls Pickert anzubieten – ein Zeichen der Verbundenheit mit der Bundeswehr, dem der Verein gerne nachkam.
Der Empfang fiel genau auf den Tag, an dem das Verteidigungsministerium bekannt gab, dass der Standort Augustdorf um ca. 1500 Stellen gekürzt werden solle.

Der Heimatverein war federführend für die Gemeinschaftsveranstaltung Herbstkirmes, an der sich 15 Augustdorfer Vereine beteiligten. Diese traditionelle Veranstaltung soll nach einhelliger Meinung der Vereine nicht eingestellt werden.

Heimatkeller, Brandschutz und Engagement für die Rühlmann-Stätte

Aufgrund eines Brandschutzgutachtens für das gesamte Schulgebäude der Grundschule „In der Senne“ musste der traditionell am 1. November stattfindende Tag der offenen Tür des Heimatkellers abgesagt werden.

Die Gemeinde erarbeitete ein Lösungskonzept, an dem sich der Heimatverein mit erheblichen Arbeitsleistungen beteiligte, sodass die umfangreiche Sammlung wieder uneingeschränkt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte.

Das Projekt Rühlmann-Stätte blieb Dauerthema. Der Verein informierte die Bürger in einer Informationsveranstaltung über den Stand der Dinge und führte eine Umfrage durch, ob das Vorhaben weiter unterstützt oder abgelehnt werden solle.
Das Ergebnis: 80 % sprachen sich für eine Fortführung des Projektes aus.

Der Heimatverein hatte bis dahin rund 1400 Stunden ehrenamtliches Engagement für die Rühlmann-Stätte investiert. Der Architekt Helmut Staude leistete ein weiteres beachtliches Engagement, indem er ein Aufmaß des denkmalgeschützten Fachwerkhauses erstellte, auf dessen Grundlage anerkannte Bestandspläne entstanden. Diese bildeten die Basis für die Sanierungspläne von Herrn von Spiegel.

Insgesamt belaufen sich die bislang erbrachten Leistungen – einschließlich Sanierungsgutachten – auf eine Vorleistung von etwa 25.000 €, die dem Heimatverein anzuerkennen ist.

Bürgermeister Dr. Andreas Wulf stellte Perspektiven für das Projekt vor; die Umsetzung wird seitens der Gemeinde Augustdorf intensiv geprüft.

Generationswechsel und Veränderungen im Verein
(2012)

Die Mitgliederversammlung Anfang März 2012 – mit fast 100 Heimatfreunden – leitete einen Generationswechsel an der Spitze des Vereins ein.

  • Der bisherige Vorsitzende Bodo Diekmann stand aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung, ebenso sein Stellvertreter Dieter Renger.

  • Der Gründer und „Frontmann“ der Musikkapelle, Ludwig Mehrmann, legte nach 15 Jahren sein Amt in jüngere Hände.

    • Künftig übernehmen Tanja Hudy und Tina Schlüpmann die Nachwuchswerbung und die Kooperation der Musikkapelle mit örtlichen Musikgruppen.

Nach den Wahlen wurde Bodo Diekmann auf Antrag der Mitglieder zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Dieses Amt „teilt“ er sich nun mit Kurt Wistinghausen, der zuvor die Verdienste Diekmanns für den Heimatverein hervorgehoben hatte.

Aufgrund des demographischen Wandels beschloss die Kommune, die Augustdorfer Hauptschule auslaufen zu lassen. In die frei werdenden Räumlichkeiten sollte der Heimatkeller umziehen – diese Überlegungen wurden jedoch bald wieder verworfen.

Neue Brandschutzauflagen für die Grundschule, in der der Heimatkeller untergebracht ist, machten Umbaumaßnahmen erforderlich. Mitglieder des Vereins und die Gemeinde arbeiteten eng zusammen, sodass der Ausstellungskeller wieder für die Öffentlichkeit zugänglich war.

Durch die Umgestaltung des Kellers und weitere Spenden konnten die Exponate jedoch nicht mehr optimal präsentiert werden. Da es mit der Rühlmann-Stätte nicht voranging, mietete der Heimatverein einen Munitionsbunker von der Bundeswehr und lagerte überzählige Exponate dort ein.

Weitere Museumspläne und offene Räume (2014)

2014 stellte die Evangelische Kirchengemeinde die Trägerschaft für das Jugendzentrum in der „Alten Schule“ an der Pivitsheider Straße ein. Das Jugendzentrum wurde von der Jugendsiedlung Heidehaus weitergeführt.

Die Gemeinde Augustdorf plante, gemeinsam mit dem Heimatverein in den frei gewordenen Räumen alte Gegenstände und Augustdorfer Geschichte zu präsentieren. Diese Idee wurde jedoch nicht umgesetzt.

40 Jahre Heimatverein und die Pandemie (2019–2022)

Das 40-jährige Jubiläum des Heimatvereins Augustdorf wurde bei der Jahresabschlussfeier im November 2019 gewürdigt. Die Vorsitzende Annette Strohdiek ließ die vergangenen Jahre Jahre review passieren und ehrte die Gründungsmitglieder und Mitglieder, die sich im Vereinsleben über das Maß hinaus eingebracht haben.  

Am 31. Dezember 2019 wurde der Ausbruch einer neuen Lungenkrankheit mit zunächst unbekannter Ursache bestätigt – der Beginn der COVID-19-Pandemie. Diese prägte das Vereinsleben über mehr als zwei Jahre. Veranstaltungen wurden geplant, mussten aufgrund von Versammlungsverboten jedoch immer wieder abgesagt werden. Diese Phase war für alle sehr belastend.

Am 02. März 2020 verstarb das Gründungsmitglied, langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender, Kurt Wistinghausen. Sein Fußabdruck, den er im Heimatverein Augustdorf hinterlassen hat, war gefüllt mit Erlebnissen, Begegnungen und Gesprächen mit einem wunderbaren Menschen, immer gerecht, niemals verzagt, nach vorn blickend, immer hilfreich, auch ungefragt, immer gütig und sorgend für seine Heimatfreunde.

Neuer Vorstand und das Vereinsleben (ab 2022)

Bei der Mitgliederversammlung im März 2022 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Nach 10 Jahren gaben die 1. Vorsitzende Annette Strohdiek, Geschäftsführerin Ilona Holtmann und der 2. Vorsitzende Dieter Renger nach 4 Jahren das Zepter in junge Hände. Es wurde ein Generationswandel vollzogen.

Kurt Wistinghausen erhielt durch die Gemeinde, im Jahr 2022, noch eine Ehrung. Nach ihm wurde der Weg zur Sportstätte Schlingsbruch benannt. Bisher war der Weg nicht gewidmet und gehörte somit zur Haustenbecker Straße. Im Februar 2022 wurde die Widmung zur Rechtskraft und der Weg erhielt den Namen „Kurt-Wistinghausen-Weg“.

Qualitätswanderregion und „Schutzhütte Senneblick“

Durch die Mitarbeit der LTM / Lippe Touristik Marketing (Kreis Lippe) wurde die Wanderregion Lippe zur Qualitätswanderregion weiterentwickelt.

Für Augustdorf übernahm der Heimatverein diese Aufgabe, da die Kommune keinen eigenen Touristiker bereitstellen konnte.

Der Wegewart Joachim Biere:

  • überarbeitete die Wanderwege,

  • gestaltete neue Wanderinformationstafeln mit Texten und Bildern,

  • stimmte die Standorte der Tafeln und Zielwegweiser mit den Verantwortlichen des Kreises Lippe ab.

Durch diese ehrenamtliche Arbeit konnten zusätzliche Sitz- und Relaxbänke für Augustdorf bereitgestellt werden.

Die Schutzhütte des Heimatvereins am Sennerandweg erhielt in diesem Zeitraum ihren Namen: „Schutzhütte Senneblick“.

Rückgabe der Rühlmann-Stätte und aktuelle Konflikte (ab 2022)

Nach zwei Jahrzehnten aufreibenden ehrenamtlichen Engagements gab der Heimatverein Augustdorf – nach Beschluss der Mitgliederversammlung im April 2022 – das Nutzungsrecht an der Rühlmann-Stätte zurück.

Vorausgegangen war ein Arbeitskreis, dem angehörten:

  • der damalige Bürgermeister Dr. A. Wulf,

  • Mitarbeiter des Bauamts der Gemeinde,

  • Vertreter aller im Rat vertretenen Parteien,

  • Mitglieder des Heimatvereins.

Trotz intensiver Arbeit wurde kein Fortschritt erreicht. Auf Grundlage der Vereinssatzung wurde eine Schlichtung einberufen, die von Herrn Kronsbein von der Bezirksregierung Detmold geleitet wurde. Diese zog sich – auch pandemiebedingt – über Jahre hin. Das Vertrauen des Heimatvereins in die Führung der Gemeinde und die Politik litt in dieser Zeit erheblich.

Durch mangelndes politisches Entscheidungsvermögen und die Blockadehaltung verantwortlicher Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung wurden letztlich sowohl der Wille der Erblasserin als auch die Vorstellungen des Heimatvereins zunichtegemacht.

Das militärische Gebiet „Stapel“ und „Schapeler Hof“ wurde mit einem Doppelstabmattenzaun eingezäunt. Auftraggeber war das Militär als Eigentümer bzw. Nutzungsberechtigter.

Dies führte zum Protest einiger Augustdorfer und Anwohner. Hintergrund war das unerlaubte Betreten und Befahren des Gebietes, das stark zugenommen hatte. Aus Sicherheitsgründen entschied sich das Militär zu dieser Maßnahme.

Nach Meinung einiger Personen sollte der Heimatverein gegen den Zaun vorgehen. Ein entsprechender Antrag wurde auf der Jahreshauptversammlung mit Mehrheit angenommen.

Der Vorstand verfasste daraufhin einen Brief an das zuständige Militär, in dem die Bedenken der Augustdorfer Bevölkerung geäußert wurden. Im Übrigen verhielt sich der Vorstand neutral zu der Maßnahme.

Das Gebiet wird seit den 1960er Jahren militärisch genutzt und unterliegt einem Betretungsverbot. Die Augustdorfer Wanderwege sind von der Einzäunung nicht betroffen.

Die Pandemiezeit von 2020 bis zum Frühjahr 2023 prägte auch das Leben in Augustdorf nachhaltig. Auch nach dem Ende der Pandemiezeit war es zunächst schwierig, die Augustdorfer Bevölkerung wieder für Veranstaltungen zu gewinnen. Viele Menschen waren noch zurückhaltend, und Berührungsängste weiterhin spürbar. So wurde die Maifeier nach drei Jahren erstmals wieder veranstaltet. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich zunächst vorsichtig, waren aber zugleich dankbar für die Rückkehr gemeinsamer Aktivitäten und die willkommene Abwechslung.

Bereits im Jahr 1952 schloss sich die Chorgemeinschaft „Erika“ mit dem ostdeutschen Chor „Sangeslust“ zusammen. Die erste gemeinsame Veranstaltung war die Einweihung des Heidesportplatzes im Juni 1952. Im Zuge dieses Zusammenschlusses wurde die Standarte des Chores „Sangeslust“ nach Augustdorf übergeben und verblieb seitdem in der Sennegemeinde, wurde restauriert und anschließend im Heimatkeller ausgestellt.

Die Chorgemeinschaft „Erika“ löste sich im Jahr 2014 auf. Im Jahr 2024 übergab die ehemalige Chorgemeinschaft dem Heimatverein ihre 132 Jahre alte Standarte. Diese wurde anschließend im Heimatkeller ausgestellt.

Nach Renovierung der Filiale der Sparkasse Paderborn Detmold stellte der Heimatverein, Bilder zur Dauerausstellung zur Verfügung. Ebenfalls wurden Stromkästen mit Motiven aus der umliegenden Augustdorfer Natur foliert.

2024 fand nach fünfjähriger Pause konnte auch wieder ein Tag der offenen Tür im Heimatkeller stattfinden. Sehr viele Interessierte erfreuten sich an den ausgestellten Exponaten.

Ein weiteres besonderes Ereignis war die Bucherscheinung „Augustdorf – Stätten und ihre Besitzer 1775–1900“ von Olaf Biere aus Horn-Bad Meinberg

Aktuelles (2025)

Die Maifeier des Jahres 2025 verzeichnete die bislang stärkste Besucherzahl. Für die Mitglieder wurde zudem eine Besichtigung der Zuckerfabrik in Lage organisiert.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen Augustdorfs war auch der Heimatverein Augustdorf aktiv beteiligt und trug nachhaltig zum Gelingen der Veranstaltung bei. Im Organisationsteam „Kleiner Kreis“ waren gleich 3 Vorstandsmitglieder des Heimatvereins und der Ehrenvorsitzende aktiv.

Ein besonderes Projekt war die Aufstellung der Skulptur „Arbeitendes Bauernpaar“ des Künstlers Hans Kordes im Kreisverkehr. Die Skulptur wurde der Gemeinde Augustdorf vom Heimatverein übergeben. Sie erinnert an die frühere schwere Feldarbeit, insbesondere an das Heideplaggen.

Darüber hinaus fand die Hauptversammlung des Lippischen Heimatbundes in Augustdorf statt.

Der Ehrenvorsitzende vom Heimatverein, Bodo Diekmann, wurde zum „Ehrenbürger“ von Augustdorf ernannt.

Naturfotografien von J. Biere wurden im Medien- und Bildungszentrum für die Räume Dünenfeld und Senne durch den Heimatverein gestiftet.

Im Rahmen der Baumpflanz-Challenge 2025, einer viralen Social-Media-Aktion, bei der Feuerwehren, Vereine und Firmen einander nominieren, innerhalb einer Woche einen Baum zu pflanzen, beteiligte sich auch der Heimatverein. Ziel dieser Aktion ist es, Klimaschutz, Teamgeist und Nachhaltigkeit zu fördern. Die Teilnahme des Heimatvereins wurde in einem Video dokumentiert.

Bei der Mitgliederversammlung im März 2025, wurden Iris Diekmann und Joachim Biere jeweils mit der Lippischen Rose in silber ausgezeichnet.

Aktuelles aus 2025