Die Senne
Geografie und Lage
Die Senne erstreckt sich am Westhang des Teutoburger Waldes zwischen den Städten Bielefeld, Detmold und Paderborn. Der Blick vom Teutoburger Wald Richtung führt nach Süden und Südwesten in die Senne („Sinedi“ = altes Heideland). Die Lippische Senne, reicht im Nordosten bis an den ehemals preußisch-lippischen Grenzfluss „Menkhauser Bach“, im Osten wird sie durch die Fürstenallee zwischen Kreuzkrug und Schlangen abgeschlossen. In der Ferne zeigt sich der „Mäuseturm“, auch „Haustenbecker Turm“ (Bj. 1941, Gesamthöhe 41,5 m) genannt, das noch bestehende höchste Bauwerk in der Senne. Der Turm wurde früher als Wach- und Beobachtungsposten für die umliegende Landschaft genutzt.
Geologie und Natur
Der Untergrund besteht fast vollständig aus eiszeitlichen Schmelzwassersanden. Dieser Boden speichert kaum Wasser und Nährstoffe, weshalb die Obere Senne historisch als trockenes und „karges Land“ galt. Durch die Nährstoffarmut haben sich hier weite Sandmagerrasen, offene Heideflächen, Moore und lichte Kiefernwälder gebildet.
Historische Besiedlung
Die Senne wurde ab dem 12. und 13. Jahrhundert durch erste feste Hofstellen dauerhaft besiedelt, nachdem die fruchtbareren Regionen im Umland bereits besetzt waren [1]. Die Menschen lebten in verstreuten Heidehöfen und gründeten später charakteristische Sennedörfer wie Haustenbeck oder Augustdorf . Sie sicherten ihr Überleben in dieser nährstoffarmen Heidelandschaft durch eine spezialisierte Heidebauernwirtschaft, Bienen- und Plaggenwirtschaft sowie durch die traditionelle Zucht der Senner Pferde Wegen der schlechten Bedingungen blieb die Senne lange Zeit unbewohnt. Erste systematische Besiedlungen begannen im Hochmittelalter (12./13. Jahrhundert) durch den lippischen Landesherrn. Ein starker Bevölkerungsschub im Landesinneren zwang die Menschen, auch dieses unfruchtbare Land zu nutzen. Die Menschen lebten anfangs auf isolierten Einzelhöfen (Heidehöfen) entlang kleiner Bachläufe. Später entstanden planmäßige Heide- und Kolonisten Dörfer wie Augustdorf (gegründet 1775) und Haustenbeck (gegründet 1659).
Lebensbedingungen der Bewohner
Die Bewohner, die „Senner“, lebten in bitterer Armut. Ihre Lebensgrundlage bestand aus:
Heideschafhaltung: Die genügsamen Heidschnucken fraßen das Heidekraut und lieferten Wolle und Fleisch.
Imkerei: Die weiten Heideflächen ermöglichten eine intensive Honig- und Wachsproduktion (Heidehonig).
Plaggenhieb: Die oberste Heideschicht (Plaggen) wurde mitsamt Wurzeln abgeschlagen und im Stall als Streu genutzt. Mit Kot vermischt diente dies als Dünger für die kargen Felder
Pferdezucht: Die Wildbahn-Zucht der Senner Pferde – der ältesten bekannten Kulturpferderasse Deutschlands – nutzte das raue Gelände.
Viele Jahrzehnte mussten die Männer im Sommer auf Wanderschaft gehen (z.B. als Ziegler), um ihre Familien ernähren zu können.
Entstehung der heutigen Landschaft
Die heutige Heidelandschaft ist kein reines Naturprodukt, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger menschlicher Übernutzung. Ursprünglich war die Senne von lichten Eichen- und Birkenwäldern bedeckt. Die frühen Siedler rodeten die Bäume für Bauholz und Brennmaterial. Der Fraß von Vieh und Pferden verhinderte, dass neue Bäume nachwuchsen. Auf den waldfreien, ausgelaugten Sandböden breitete sich die Besenheide (Calluna vulgaris) flächenhaft aus. Die traditionelle Heidebauernwirtschaft kollabierte im 19. Jahrhundert durch die Einführung von Kunstdünger. Große Teile der offenen Heide wurden daraufhin mit schnell wachsenden Kiefern aufgeforstet. Dass heute im Zentrum der Senne noch offene Heide- und Sandmagerrasenflächen existieren, liegt an der Errichtung des Truppenübungsplatzes Senne im Jahr 1892. Die militärische Nutzung verhinderte die vollständige Aufforstung und moderne landwirtschaftliche Nutzung
Der Truppenübungsplatz
Der Truppenübungsplatz Senne, der rund 116 Quadratkilometer umfasst, bildet das Herzstück der Region
Das Gelände befindet sich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland, steht jedoch unter britischer Militärverwaltung und wird intensiv von der britischen Armee sowie von NATO-Partnern genutzt. Für die Erweiterung des Übungsplatzes ab 1937 mussten die Bewohner des historischen Dorfes Haustenbeck (zwischen Augustdorf und Schlangen) komplett umsiedeln. Heute zeugen nur noch der denkmalgeschützte Haustenbecker Turm sowie die Kirchenruine Haustenbeck von der einstigen Gemeinde. Wegen der Schießübungen und Manöver ist das Kerngebiet strenges militärisches Sperrgebiet. Die lokalen Gemeinden wie die Gemeinde Augustdorf oder die Gemeinde Schlangen veröffentlichen regelmäßig die aktuellen Sennesperrzeiten, in denen die Durchgangsstraßen für die Öffentlichkeit komplett geschlossen sind.
Ökologische Bedeutung
Obwohl das Land karg wirkt und militärisch genutzt wird, ist die Senne ein ökologisches Juwel. Weil das Gebiet seit über 130 Jahren für die Öffentlichkeit gesperrt, unbesiedelt und frei von Agrarchemikalien ist, blieb ein riesiges, unzerschnittenes Ökosystem erhalten. Über 1.000 Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste leben hier. Dazu gehören seltene Vögel wie der Ziegenmelker und die Heidelerche sowie seltene Reptilien wie die Schlingnatter.
Text mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell bearbeitet.